Der Einsatz von digitalen Medien in der Erwachsenenbildung

Warum kommen digitale Medien in der Erachenenbildung so schleppend zum Einsatz? Ich habe mit dazu ein paar Gedanken gemacht. Nachzulesen sind sie im eBook „Lehrende arbeiten mit dem Netz“.

Gaby Filzmoser (2015): Was ist nur mit der Erwachsenenbildung los? In: M. Akin-Hecke, D.Röthler, P. Eiselmair, M. Andraschko (Hg.): Lehrende arbeiten mit dem Netz. Wien: Institut zur Förderung digitaler Mediennutzung – WerdeDigital.at. S.275-277 eBook: https://www.werdedigital.at/leitfaden/bildung-werdedigital-at/

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Selbstlernprozesse zwischen Vision und Überforderung

Als eines der Geheimrezepte für erfolgreiche Lernprozesse gilt das Prinzip des selbstgesteuerten Lernens, als eigenständiges Handeln von Lernenden ohne jegliche Fremdbestimmung. Diese Feststellung beruht auf dem Selbstkonzept, nach dem Erwachsene die Verantwortung für die eigenen Entscheidungen und ihr eigenes Leben selbst treffen wollen. Dieser didaktische Grundsatz wird von renommiertesten Erwachsenenbildnerinnen und Erwachsenenbildnern propagiert. Auftrieb bekommt selbstgesteuertes Lernen auch durch die neuen, digitalen Technologien. Nicht nur, dass nahezu auf jede Information zeit- und ortsunabhängig zugegriffen werden kann, die dazu notwendigen Organisations-, Speicher- und Verarbeitungsmittel sind großteils gebührenfrei verfügbar. Zusätzlich bieten Bildungseinrichtungen Webinare, Moocs oder Videotutorials an, an denen ebenfalls meist kostenlos teilgenommen werden kann. Ein Paradies für SelbstlernerInnen!

Soweit die Theorie! – In der Praxis sieht das Bild oft anders aus. Lernen wird immer noch mit passivem Wissenserwerb in Verbindung gebracht. Teilnehmende der institutionellen Erwachsenenbildung erwarten selten Selbstlernprozesse in Seminaren und sie fordern sie auch kaum ein. Es werden immer noch großteils Frontalvorträge oder zumindest längere Impulsvorträge als Lernsetting bevorzugt.
Eine Erklärung für dieses Phänomen ist, dass viele Erwachsene nicht mit Selbstlernen sozialisiert sind. Lernen wird immer noch mit Schule in Verbindung gebracht und diese wurde oft als autoritär und fremdbestimmt erlebt. Die Erwartungen an die Erwachsenenbildung sind von diesen frühen Lernerfahrungen geprägt. Wie alles Neue, kann auch Selbstlernen, als neue Anforderung, Angst machen und überfordern.
Aus Sicht des Bildungsmanagement ist dieses Phänomen durchaus eine Herausforderung.
Selbstgesteuertes Lernen benötigt neue Strukturen. Für die Strukturierung der Lernprozesse ist eine Selbstlernarchitektur Voraussetzung, die Aufgaben und Materialen bereitstellt und Individualisierungsprozesse anregt. Ein Lernsetting kann zum Beispiel verschiedene Lernwege und unterschiedliche Materialen anbieten, zwischen denen die Teilnehmenden selbst wählen können und sich individuell vertiefen können. Zur Förderung der individuellen Lernreflexion können Lerntagebücher oder Portfolios eingesetzt werden.
Selbstgesteuertes Lernen beruht auf individuellen Lernzielen. Viele Teilnehmende melden sich ohne konkrete Lernziele zu Seminaren an, oder sie sind sich ihrer nicht bewusst. Zu Beginn eines Seminars auf die Formulierung von Lernzielen zu beharren oder zumindest einen Konsens zu finden, kann das Verständnis für Selbstlernaktivitäten erhöhen.
Lehrende treten in Selbstlernprozessen als Begleitende in den Hintergrund. Nehmen Lehrende Selbstlernprozesse ernst, werden sich ihre Rollen verändern und ihre Aufgaben zunehmen.
Der zeitliche Aufwand erhöht sich, speziell in der Planungsphase. Verstärkt werden Lehrende als LernberaterInnen fungieren müssen. Dabei geht es um die Klärung von Problemen, Anregung zur Reflexion, Fragen zur Überprüfung des gewählten Lernweges und die gemeinsame Suche nach Lösungsstrategien.

Erschienen im Bifeb Aktuell Nr.3/2015

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Im Dreieck von Kritik und Beschwerde

Betrachtungen für BildungsmanagerInnen

Dort wo Menschen zusammen kommen, gibt es auch Missverständnisse, Meinungsverschiedenheiten, Reklamationen und Fehlerpotential. Aufgabe von BildungsmanagerInnen ist es, mit diesen Situationen zielorientiert umzugehen.

Die Problematik der Zielsetzung steht in einer Dreiecksbeziehung zwischen der Bildungsorganisation, den KundInnen/TeilnehmerInnen und den/der BildungsmanagerIn. Betrachtet man diese drei Elemente aus der jeweiligen Sicht, kommen unterschiedliche Zielsetzungen zu Tage:

Berechtigterweise werden BildungsmanagerInnen in erster Linie an sich selbst denken. An schwierige Situationen, die sie selbst erlebt haben, aus denen sie selbst mehr oder weniger erfolgreich ausgestiegen sind. Verbunden mit dem Wunsch derartige Vorfälle in Zukunft gut oder besser zu meistern.

Aus Sicht der KundInnen/TeilnehmerInnen liegt die Bedeutung in der Wiederherstellung der Zufriedenheit bzw. in der Auflösung der Unzufriedenheit. Die Komplexität liegt dabei zwischen einfach „nur“ gehört und wahrgenommen zu werden und der Wiedergutmachung eines gravierendes Vergehens, dessen Ursache eindeutig bei der eigenen Organisation zu finden ist. Die Reaktion auf die KundInnen entscheidet darüber, ob diese das Haus ohne weiteren Kommentar verlassen und nicht mehr wieder kommen oder ob sie zu begeisterten MultiplikatorInnen werden. In einem kundInnenorientierten Unternehmen ist die Berücksichtigung dieser Ebene ein explizites, primäres Ziel.

Diese Handlungsweise hat wiederum eine unmittelbare Auswirkung auf das Unternehmen. Im Qualitätsmanagement zeigt sich das durch den Rückgang von Beschwerden bzw. durch die Vermeidung oder die Korrektur von Fehlern. Wenn sich BildungsmanagerInnen bewusst werden, dass jede Beschwerde oder Kritik eine Chance für das Unternehmen ist, um sich zu verbessern und sich weiter zu entwickeln, dann liegt darin ein hohes Potential für die Entwicklung des Unternehmens.

Der Kreislauf schließt sich an dieser Stelle wieder bei der Person, die unmittelbar mit der Beschwerde/Kritik konfrontiert ist. Es liegt an ihr diese Sache nicht persönlich zu nehmen, sondern sich distanziert, aber konstruktiv für sich und das Unternehmen zu verhalten.

erschienen in Bifeb aktuell 14/05

 

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Bildungshaus 2.0 – Mein neues Buch

buchpräsentation_rudi_Gaby_1000Ich freue mich sehr, dass meine Masterarbeit über den Einsatz digitaler Medien in Bildungshäusern nun auch in Buchform erschienen ist. Die ARGE Bildungshäuser Österreich hat dies unterstützt und herausgegeben. Vielen Dank dafür!

Inhalt
Digitale Medien verändern unsere Verhaltensweisen, unsere Haltungen, unser Denken und unser Lernen. Bildungseinrichtungen sind gefordert sich diesen Veränderungen anzupassen. Wie sich der Einsatz digitaler Medien in Bezug auf die Erwachsenenbildung und die Bildungskultur zeigt, stellt Gaby Filzmoser in diesem Buch in fünf Veränderungsthesen dar.

Ziel
Ein Ziel dieses Buches ist es, festzustellen wie sich diese Veränderungen auf die Bildungshäuser auswirken und wie sie darauf reagieren können. Es werden Chancen und Hindernisse aufgezeigt, die für das Bildungsmanagement wesentlich sind. Bildungsverantwortliche in Bildungshäusern, als auch in anderen Bildungseinrichtungen der Erwachsenenbildung, erhalten einen Überblick über Einsatzmöglichkeiten digitaler Medien in ihre Praxis.

Verlag und Handel
Das Buch ist im Verlag Books on Demand erschienen und ab sofort im Buchhandel, aber auch direkt bei  der ARGE Bildungshäuser, erhältlich.
ISBN: 9783732241439

Rezension auf erwachsenenbildung.at

ARGE Bildungshäuser Österreich

Books on Demand

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Seminareinladung: Social Media für die Bildungsarbeit nutzen. Internet-Tools und Methoden von der Werbung bis zur Nachbereitung

Lade Euch recht herzlich zu einem Seminar ein, welches ich gemeinsam mit Andrea Mayer-Edoloeyi (http://andreame.at/) durchführen darf.
Am 2. März 2013 im Haus der Frau in Linz.

Foto: Flickr CC by re:publica 2012

ErwachsenenbildnerInnen bietet das Social Web zahlreiche Möglichkeiten wie Werbungs und Vor- und Nachbereitung von Präsenzveranstaltungen: Wie kann ich Social Media für die Werbung einsetzen und neue Zielgruppen erreichen? Welche Tools sind ideal, um Fotos und Arbeitsmaterialien zwischen den TeilnehmerInnen zu teilen? Speziell in der politischen Erwachsenenbildung bieten sich viele Chancen zur Teilnahme an politischen und sozialen Aktionen. Erwachsenbildung verändert sich durch das Internet. Der Workshop bietet zusätzlich einen Überblick über neue Bildungsformate und -methoden wie Onlinelernen, Barcamps, Videokonferenzen, ….

TeilnehmerInnen haben an diesem praxisorientierten Tag die Möglichkeit, Einsatzmöglichkeiten von Social Media in ihrem Alltag kennenzulernen und gemeinsam auszuprobieren.

Zielgruppe: RundenleiterInnen, ReferentInnen, BildungsorganisatorInnen (Haupt- und Ehrenamtliche). Vorwissen im Bereich Social Media ist nicht erforderlich.

Mitbringen: Laptop mit WLAN-Anschluss.

VeranstalterInnen: Katholische Frauenbewegung OÖ und Katholisches Bildungswerk OÖ. Gefördert von der Gesellschaft für politische Bildung.

Arbeitszeiten: 10 – 17 Uhr, 1 Stunde Mittagspause

TeilnehmerInnen: max. 20, mindestens 8

Kosten: kostenlos für ehren- und hauptamtliche MitarbeiterInnen der Katholischen Kirche OÖ, TN-Beitrag für externe TNs 80.-

Anmeldung bis 15. Februar: kfb – Katholische Frauenbewegung OÖ, kfb@dioezese-linz.at, 0732/7610-3441

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Konnektivismus – Eine neue Lerntheorie

Wer sich wissenschaftlich mit Bildung und mit digitalen Medien beschäftigt, stolpert irgend wann einmal über den „Konnektivismus“. So auch ich. Für meine Masterarbeit habe ich eine Zusammenfassung der Theorie verfasst. Vielleicht ist sie ja auch für jemand anderen nützlich oder interessant.

http://de.scribd.com/doc/118123377/Konnektivismus

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Social Media braucht Zeit

Ich bin gerade auf eine interessante Grafik gestoßen, die über den Zeitaufwand im Einsatz von Social Media Aufschluss gibt. Profis unter euch werden sie wahrscheinlich schon längst kennen.

Gefunden habe ich sie bei : Sherman, Aliza  (1.12.2010) http://gigaom.com/collaboration/how-much-time-does-social-media-marketing-take/

Ich frage mich, wie weit sie der Realität entspricht. Sherman sagt über ihre Grafik selbst aus, dass sie nicht perfekt ist, aber sie gibt ein Gefühl dafür, was es heißen kann, wenn man an den sozialen Netzwerken nur teilnimmt (Participate) oder selbst veröffentlicht (Publish). Der hier aufgezeigte Zeitaufwand von 30 Minuten pro Tag und zusätzlichen 3 bis 5 Stunden pro Woche, zeigt den steigenden Zeitaufwand entsprechend dem steigenden Engagement.

Die aufgelisteten Internetaufwendungen sind nicht besonders aussagekräftig, denn eine Anwendung zu nutzen sagt noch nichts über den Aufwand aus, den man investiert und zweitens werden hier unter anderem amerikanische Anwendungen genannt, die in unseren Breiten nicht so relevant sind. Das ist aber nicht so wichtig.

Ich habe bei meinen Gedanken natürlich auch immer die Bildungshäuser im Kopf und denke mir, dass sich der Zeitaufwand für Bildungshäuser zwischen den Spalten ‚Participate‘ und ‚Publish‘ bewegt, demnach wäre mit einem Mindestaufwand von 30 min. täglich und einem maximalen Zeitaufwand von 5 Stunden pro Woche zu rechnen.

Was denkt ihr? Ist das realistisch? Hat jemand Erfahrung oder Erkenntniswerte? Wieviel Zeit braucht ihr?

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